Rhythmische Aus- und Weiterbildung

Wer auf der Gitarre Singen und Begleiten möchte, kommt nicht umhin, sich einer gründlichen rhythmischen Ausbildung zu unterziehen. Das Kombinieren von rhythmisch raffinierten Zupfmustern mit einer rhythmisch völlig anders gestalteten Singstimme gelingt ohne Vorbereitung in Form eines Rhythmuskurses nur wenigen von Natur aus sehr begnadeten Menschen, und da nur bis zu einem gewissen Grad. Doch auch weniger Begabte können mit beharrlichem Training zu ganz erstaunlichen und unerwarteten Ergebnissen kommen.

Mein Rhythmuskurs beginnt quasi bei Null und führt den Lernenden Schritt für Schritt bis zu komplizierten Jazzrhythmen. Alle Übungen liegen im Notenbild vor und als MP3-Datei, welche jeweils so aufgebaut ist, dass die betreffende Übung bis zu 8-mal wiederholt wird, zuerst ganz langsam, dann immer schneller werdend.

Ein Rhythmuskurs, der seinen Namen verdient, muss drei wesentliche Übungsbereiche abdecken, nämlich Links-rechts-Übungen, Oben-unten-Übungen und Diktate. Durch die Links-rechts-Übungen (Kinesiologische Übungen) reift das Gehirn ganz besonders, auch für andere Lebensbereiche; durch die Oben-unten-Übungen (Klatschübungen) wird man rhythmisch richtig gut, was sich auf das klangliche Gesamtergebnis jegliche musikalischer Äußerung spürbar bemerkbar macht; aber in den rhythmischen „Himmel” kommt man erst, wenn man gehörte Rhythmen auch aufschreiben kann, also durch die Diktate.

Der erste Teil des Kurses besteht aus den oben erwähnten „Kinesiologischen Rhythmusübungen”, bei denen nur die beiden Hände zum Einsatz kommen, die entweder auf eine Trommel (Djembe, Conga) oder auf die Oberschenkel klopfen. Jede rhythmische Figur wird zuerst mit der einen und dann mit der anderen Hand geklopft. Die zweite Hand macht dazu eine gleichbleibende Achtelbegleitung. Diese Übungen schaffen einen Ausgleich zwischen den beiden Händen, sodass die Benachteiligung einer Hand gegenüber der anderen dadurch völlig ausgeglichen werden kann. Somit sind diese Übungen sehr intelligenzfördernd und schaffen einen Ausgleich zwischen rechter und linker Gehirnhälfte.

Der zweite Teil des Kurses besteht aus den ebenfalls schon oben erwähnten „Klatschübungen”, bei denen mit den Händen ein Rhythmus geklatscht und mit dem Fuß das Metrum dazu geklopft wird. Und dann umgekehrt (sehr wirkungsvoll). Bei den fortgeschritteneren Übungen wird dann der Fuß nur mehr auf 1 und 3 bzw. auf 2 und 4 geklopft. Nach den Übungen im geradlinigen europäischen Stil gibt es auch eine Reihe von Übungen, die die Welt der Swing-Rhythmen mit ihren Offbeats zum Thema haben.

Der dritte Teil meines Rhythmuskurses, der oben nicht erwähnt wurde, nennt sich „Rhythmus-Mal-Drei”, weil hier zum ersten Mal drei rhythmische Ebenen miteinander verbunden werden müssen. Hier klopft der Fuß wieder das Metrum, mit den Händen wird ein gleichbleibender Rhythmus geklatscht, der jeweils dem Rhythmus eines der Pickingmuster entspricht, die man gerne zum Begleiten von Country-Songs oder auch von Kinderliedern verwendet. Zusätzlich wird ein rhythmisierter Text gesprochen, ganz so, als ob man ein rhythmisch gefinkeltes Lied singen würde. Das sind sehr delikate Übungen, die meine Schüler immer katapultartig weitergebracht haben in ihren rhythmischen Fähigkeiten.

Der vierte Teil, der krönende Abschluss, der weiter oben als das 3. Standbein der rhythmischen Ausbildung bezeichnet wurde, besteht aus Rhythmusdiktaten, zuerst geradlinig, dann im Swing-Feeling. Hier wird ein maximal 2-taktiger Rhythmus mehrmals wiederholt und der Lernende muss den gehörten Rhythmus dann notieren. Die mitgelieferten Noten dürfen dabei natürlich nur zum Vergleichen und Korrigieren verwendet werden, nicht zum Abschreiben.

Es ist sehr viel Material, das ich hier für den rhythmischen Bereich anbiete. Womit soll begonnen werden? Welcher Bereich baut auf andere Bereiche auf? Wer soll sich das auskennen?
Nun: Eigentlich beginnen alle Abschnitte bei Null (keine Vorkenntnisse nötig) bis auf einen, nämlich „Rhythmus-Mal-Drei”. Für diesen Kursbereich sollte man bei den Klatschübungen zumindest den ersten Teil abgeschlossen haben, besser auch noch den zweiten.

Die „Kinesiologischen Rhythmusübungen” und die „Klatschübungen” können auf jeden Fall gleichzeitig begonnen werden. Auch die Diktate sind am Anfang so einfach, dass man sie schon parallel zu Teil 2, den „Klatschübungen” beginnen kann.

Eine solide rhythmische Ausbildung ist nicht nur eine Grundvoraussetzung für professionelles Singen und Begleiten, sondern auch die Grundlage für jede Art von vernünftiger Improvisation.